13 November 2019
Interview mit Christian Illedits, Abgeordneter zum Burgenländischen Landtag

Interview mit Christian Illedits, Abgeordneter zum Burgenländischen Landtag

#ProgressiveLocalStories

Herr Illedits, warum ist das Burgenland ein fortschrittliches Bundesland?

Das Burgenland hat sich seit dem EU-Beitritt Österreichs 1995 dank EU-Förderungen von einem Ziel-1-Gebiet mit einem regionalen BIP von 68% des EU-Durchschnitts zu einer Region mit einem BIP von derzeit rund 90% entwickelt. Im Bereich erneuerbarer Energie nimmt das Burgenland als erste rechnerisch stromautarke Region Europas eine Vorreiterrolle ein. Seit 2013 wird der burgenländische Strombedarf zu über 100 Prozent (2017 waren es sogar 147%) aus erneuerbarer Energie, welche im Land produziert wird, abgedeckt. Wir bauen für die Zukunft vor und setzen unseren Erfolgsweg fort – aktuell mit der Bio-Wende, die mit einem umfassenden 12-Punkte Aktionsprogramm Ende 2018 eingeleitet wurde.

Mit einer Bio-Umstellungsförderung soll die Bio-Quote in der Landwirtschaft von derzeit 31% auf 50% bis zum Jahr 2027 gesteigert werden. Um mit gutem Beispiel voranzugehen und den heimischen Bauern Absatzmärkte zu schaffen wird in Landes- und landesnahen Küchen, aber auch in Spitälern, Kindergärten und Landesschulen nach und nach auf Bio-Lebensmittel umgestellt. Gleichzeitig wird auf Forschung und Bildung sowie auf den Erhalt der Böden gesetzt. Das Burgenland ist auf einem guten Weg zum Bioland zu werden.

 

Wie trägt das Burgenland zur Umsetzung der Nachhaltigkeitsziele vor Ort bei?

Burgenland trägt beispielsweise durch die Förderung des Biolandbaus durch das erwähnte 12-Punkte Bio-Aktionsprogramm zur Umsetzung der SDGs bei. Biolandbau oder biologische Landwirtschaft ist die umwelt- und ressourcenschonendste Form, Land zu bewirtschaften. Im Biolandbau geht es um das Wirtschaften in Stoffkreisläufen. Ganzheitlich vernetztes Denken und ein möglichst geschlossener Betriebskreislauf sind die Basis für den Erfolg. Bio-Lebensmittel sind gut für die Umwelt und Gesundheit.

Wie haben europäische Fördermittel dem Burgenland dabei geholfen?

Das Programm für die Entwicklung des ländlichen Raumes (ELER) stellt die Grundlage für die Förderung im Rahmen der ländlichen Entwicklung 2014-2020 dar. Die Finanzierung erfolgt in diesem Programm geteilt, mithilfe von Mitteln seitens der Europäischen Union, der Republik Österreich und dem Land Burgenland. Dabei wird bei Investitionen in die landwirtschaftliche Erzeugung vor allem ein Biozuschlag gewährt. Gleichzeitig wird mithilfe des Programms auch die Stimulierung der Nachfrage nach Erzeugnissen der lokalen Land- und Ernährungswirtschaft durch Information des Verbrauchers über kurze Versorgungsketten und lokale Lebensmittel gefördert.

 

Christian Illedits ist Abgeordneter zum Burgenländischen Landtag (Österreich) und seit 2015 Mitglied des Europäischen Ausschusses der Regionen.​ Er ist Mitglied der Sozialdemokratischen Partei Österreichs (SPÖ). 

 

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Bildnachweise:

Foto 1: Energie Burgenland

Foto 2: Landesmedienservice Burgenland

 

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